Zanin-Orgel

Zanin-Orgel

Zanin-Orgel

Disposition

I. Manual C-f3
Principale 8′
Viola da Gamba 8′
Voce umana 8′
Ottava 4′
Quintadecima 2′
Ripieno 3 file

II. Manual, C-f3
Bordone 8′
Flauto in VIII 4′
Flauto in XII (Nazardo) bassi 2 2/3′
Flauto in XII (Nazardo) soprani 2 2/3’Corno di notte 2′
Flauto in XVII (Terza) bassi 1 3/5′
Flauto in XVII (Terza) soprani 1 3/5′
Dulziana bassi 8′
Dulziana soprani 8′

Pedal C-f1
Contrabasso 16′
Basso 8′
Trombone 8′

Koppeln
II/I, I/P, II/P

Stimmung nach Valotti, mechanische Schleifladenorgel in altitalienischer Tradition


Über die Orgel

Das Gehäuse der Orgel in der Wallfahrtskirche Mariagrün in klassischer Architektur wird durch die darüber liegende Rosette ebenso beeinflusst wie durch den barocken Aufbau des marmorierten Hochaltares.

Der Prospekt gliedert sich in fünf Felder, in welchem 27 Pfeifen des Registers Principale 8’ Platz finden. Die größeren Pfeifen befinden sich in den beiden Außenfeldern, die, ebenso wie das Mittelfeld, an ihren Ober­seiten halbkreisförmig ausgebildet sind. Dieser architektonische Aufbau bezieht seine Anregung aus vielen Orgelgehäusen des 18. und 19. Jahr­hunderts im mitteleuropäischen Raum.

Nicht nur das Gehäuse, sondern auch sein klingender Inhalt soll an die Vorbilder dieser Epochen anknüpfen. Die Disposition der Orgel wurde so gewählt, dass nicht nur die Gottesdienste wirkungsvoll unterstützt werden können, sondern auch eine überzeugende Ausführung des Repertoires italienischer und süddeutscher Orgelmusik ermöglicht wird.

Das Instrument gliedert sich in zwei Manuale und Pedal mit 15 Registern und 804 Pfeifen. Davon sind einige geteilt in Bass und Diskant (bassi/ soprani), wie es die italienische Tradition verlangt, um eine Vielfalt von Klangfarben zu ermöglichen. Die Mensuren der Prinzipale des Haupt­werks gehen auf venezianische Traditionen zurück, wurden aber den akustischen Eigenheiten dieser Kirche angepasst. Eine Besonderheit ist die Voce umana 8’, die in italienischen Orgeln überall vorgesehen ist. Dieses Register besteht aus einer Reihe von Pfeifen in gleicher Größe wie die des Principale 8’, welche jedoch im Vergleich zu diesen leicht un­terschwebend gestimmt wurden. Durch das Spiel mit beiden Registern erlebt man ein charakteristisches, sehr berührendes und bewegtes Vibrato.

Auch die Pfeifen der weiteren Prinzipal-Familie (Ottava 4’, Quinta- decima 2’ und Ripieno 3 fite 1 1/3’) sind auf klassisch-italienische Art zusammen gestellt, um zum typischen „Ripieno“ zusammenzufließen, das in seiner Gesamtwirkung sehr gut zum vokalen Charakter der italie­nischen Klangfarbe passt.

Abgeschlossen wird das Hauptwerk durch das Register Viola da Gamba 8’ mit enger Mensur, das eine Alternative zum Prospekt-Prinzipal bildet und einen weichen, vollen Klang aufweist.

Was die Register des zweiten Manuals betrifft, stützen sie sich auf Bordone 8’ (Gedeckt) aus Holz mit einem ausgeprägten Ansatz. Weiters findet man in diesem Manual Flauto in VIII 4’ als Rohrflöte, Flauto in XII (Nazardo) 2 2/3’ geteilt in Bass und Diskant, Corno di notte 2’ und Flauto in XVII (Terza) 1 3/5’ geteilt in Bass und Diskant. Eine Besonderheit dieses Manuals ist das Zungenregister Dulziana 8’, ebenfalls in Bass und Diskant geteilt.

Die typischen Pedalregister Contrabasso 16’ und 8’ im Pedal bestehen aus gedeckten (tiefe Oktave) und offenen Pfeifen aus Tannenholz, die das Fundament der Klangpyramide bilden. Das Pedalwerk wird durch ein Zungenregister abgeschlossen, einer Trombone 8’ deutscher Bauart.

Die Vermischung von italienischer und deutscher Schule ist ein Spiegel­bild jahrhundertelanger Beziehungen in der Grazer Musikgeschichte.

Beabsichtigt war keinesfalls die Schaffung eines heterogenen Gemenges zufällig zusammengewürfelter Klangfarben, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Auslese, herausgefiltert mit unserem Gespür und unserer Erfahrung, um ein neues Instrument von hoher Qualität zu schaffen, das die geforderten künstlerischen Ansprüche erfüllt.


Adresse

Kirche Mariagrün
Mariagrüner Staße 82
8043 Graz