1. Vorspiel
Viktor Zack (1854–1939) komponierte diese Instrumentalvorspiel, das nachweislich seit 1921 die von ihm mitbegründeten Aufführungen der Hirten- und Krippenliederkonzerte in der Grazer Antoniuskirche eröffnet. Er publizierte es 1918 im ersten Band der Alten Krippen- und Hirtenlieder.
2. Tauet, Himmel
1774 veröffentlichte der österreichische Dichter und Geistliche Michael Denis (1729–1800) den von ihm nach einer älteren Fassung bearbeiteten Text in seiner Sammlung Geistliche Lieder. Das Adventlied ist mit verschiedenen Melodien im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet, die vorliegende Singweise wurde 1819 im Rahmen der Sonnleitner-Sammlung in Bruck an der Mur aufgezeichnet und von Franz Koringer (1921–2000) bearbeitet.
3. Herbergslied „Liebster Josef“
Lois Steiner (1907–1989) zeichnete dieses Lied zur Herbergsuche 1949 bei seiner Tante Aloisia Piringer vulgo Sandnerin in Laßnitz bei St. Lambrecht auf. Der Text des auch in anderen Liederbüchern in der Region enthaltenen Liedes wurde schon um 1915 von Pater Romuald Pramberger (1877–1967) notiert. Waldemar Bloch (1906–1984) hat es für die Aufführungen in der Antoniuskirche bearbeitet.
4. Macht auf eure Tore
Text und Melodie dieses fröhlichen Adventliedes stammen von Franz Koringer; er gestaltete den Textbeginn nach Psalm 24,7 und Jesaja 40,3.
aus: Franz Koringer, Ernst & Heiter (Dobl. 44 773).
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5. Wiegenlied zur Christnacht
Im Dezember 1967 komponierte Ernst Ludwig Uray (1906–1988) für Streicher das „Wiegenlied zur Christnacht“ für die Hirten- und Krippenliederaufführungen in der Antoniuskirche, wo es bisher nur zwei Mal aufgeführt wurde.
6. Puer natus in Bethlehem
Der Ursprung des gregorianischen Hymnus ist unbekannt. Er wird seit dem 14. Jahrhundert im Gottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag bzw. zu Epiphanias gesungen. Der älteste bekannte lateinische Text stammt von Anfang des 14. Jahrhunderts. Matthias Unterkofler (*1978) hat es 2016 anlässlich 100 Jahre Hirten- und Krippenlieder bearbeitet.
7. Der Heiland ist geboren
Dieses hochsprachlich verfasste Lied zur Geburt Christi gehörte zum Liedgut der „Gråserin“ Rosina Ressler (1865–1944) aus der Karchau bei St. Lambrecht und wurde dort von Lois Steiner (1907–1989) aufgezeichnet. Der Satz stammt von Ernst Ludwig Uray.
aus: Ernst Ludwig Uray, O Jubel, o Freud, glückselige Zeit! (Dobl. 45 560)
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8. Verkündigung an die Hirten
Dieses Engellied zeichneten Karl Liebleitner (1858–1942) und Leopold Raab (1868–1937) 1911 beim Hutmachermeister Josef Althonn in Allerheiligen im Mürztal auf, zwei Jahre später wurde es in St. Salvator bei Friesach in Kärnten notiert. Die musikalische Bearbeitung stammt von Waldemar Bloch.

9. Laufet, ihr Hirten
Dieses Hirtenlied sang die „Gråserin“ Rosina Ressler (1865–1944) Lois Steiner (1907–1989) in der Karchau bei St. Lambrecht vor, wo es schon um 1800 mit neun Strophen bekannt war. Für die Hirten- und Krippenliederaufführungen in der Antoniuskirche wurde es von Ernst Ludwig Uray bearbeitet.
aus: Ernst Ludwig Uray, O Jubel, o Freud, glückselige Zeit! (Dobl. 45 560)
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10. Resonet in laudibus
Die mittelalterliche Cantio ist bis heute weit verbreitet. Zuerst findet sie sich in der Leipziger Handschrift aus dem Ende des 13. oder dem Anfang des 14. Jahrhunderts, sie ist auch im Seckauer Cantionarius von 1345 enthalten. Vermutlich wurde sie beim so genannten „Kindelwiegen“ – eine das Christkind darstellende Puppe in einer Wiege wir von Kinder oder Klerikern bzw. Nonnen gewiegt – auch szenisch ausgeführt. Seit etwa 1420 ist auch die dem Mönch von Salzburg zugeschriebene deutsche Textfassung „Joseph, lieber neve mein“ (heute: „Joseph, lieber Joseph mein“) bekannt. Satz: Matthias Unterkofler September 2019
11. Der Plunder
Das in der ganzen Obersteiermark und darüber hinaus verbreitete Lied ist dem Hirtenlied „He, enk Nachbarsleuten“ sehr ähnlich. Es wurde 1912 in St. Peter ob Judenburg und 1915 in St. Blasen bei St. Lambrecht von Viktor Geramb (1884–1958) und Viktor Zack (1854–1939) aufgezeichnet. Bekannt war es unter anderem auch in Schladming 1907, Tragöß und St. Gallen im Ennstal. Die musikalische Bearbeitung stammt von Rudolf Weis-Ostborn (1876-1962)
12. Ihr Hirten, kommt herbei
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeichnete der Schulmeister Jacob Pachauer (1777–1827) dieses Engellied in Schladming auf; über Franz Kahr (1870–1931), ebenfalls ein Lehrer, gelangte es 1907 in das Steirische Volksliedwerk nach Graz. Waldemar Bloch setzte es für die Hirten- und Krippenliederaufführungen in der Antoniuskirche.
13. Auf, schlafende Hirten
Das Hirtenlied aus Aussee findet sich in der Sammlung „Alte Lieder und Weisen aus dem steyermärkischen Salzkammergut“ – gesammelt von Konrad Mautner und 1919 herausgegeben. Die Worte stammen aus dem Liederbuch des Salinenarbeiters Isidor Hopfer, vulgo Pfandlmüller Dori. Die Weise erst 1910 von dessen Frau Marie aus St. Leonhard erfragt. Nach einer, dem 18. Jahrhundert angehörenden Handschrift aus Ischl. Matthias Unterkofler hat es im August 2019 gesetzt und um die Taktwechsel erweitert.
14. Der Hirten Nachtwache
Dieses 1930 von Viktor Zack bearbeitete Hirtenlied wurde einer Handschrift des 18. Jahrhunderts entnommen, die sich im Besitz der Handwerkerfamilie Arbeiter aus Mooskirchen befand. Johann Arbeiter (1833–1917), ein Färbermeister und Kaffeesieder, war der Gründer und erste Leiter der bekannten „Mooskirchner Altsteirer“.
15. Hört, ihr Hirten, lasst euch sagen
Rosina Ressler (1865–1944) vulgo „Gråserin“ aus der Karchau bei St. Lambrecht hat dieses Engellied Lois Steiner (1907–1989) vorgesungen. Ein ähnlicher Text findet sich im Liederbuch des Johann Hörmann aus Ranten 1870 und wurde 1911 von Karl Liebleitner (1858–1942) und Leopold Raab (1868–1937) bei Josef Althonn, Hutmachermeister in St. Lorenzen im Mürztal, aufgezeichnet. Das Lied war auch im Burgenland, in Niederösterreich und Kärnten, in der Oberpfalz, in Niederbayern, dem Egerland, dem Böhmerwald und der Batschka bekannt. Viktor Zack (1854–1939) hat es für die Hirten- und Krippenliederkonzerte in der Antoniuskirche musikalisch bearbeitet.
16. Pastorale
Die Pastorale wurde 1988 von Franz Koringer (1921–2000) komponiert und im selben Jahr bei den Hirten- und Krippenliederkonzerten in der Antoniuskirche uraufgeführt.
17. He lusti, allegro
Josef Althonn, Hutmachermeister in St. Lorenzen im Mürztal, sang dieses fröhliche „Hirtenlied am heiligen Dreikönigstag“ 1911 Karl Liebleitner (1858–1942) und Leopold Raab (1868–1937) mit zehn Strophen vor. Es wurde schon 1820 auf Initiative Erzherzog Johanns (1782–1859) vom Lehrer Josef Teischel in Allerheiligen im Mürztal aufgeschrieben. Waldemar Bloch hat es für die Hirten- und Krippenliederaufführungen in der Antoniuskirche bearbeitet.
18. Es ziehn aus weiter Ferne
Die vorliegendes Melodie zeichnete Konrad Mautner (1880–1924) 1910 beim Wirt Joseph Köberl (1879–1946) vulgo Veit Seppl und seiner Schwester Berta (1887–1941) in Gößl am Grundlsee zu einem Hirtenlied auf, den Text notierte er ein Jahr später zu einer anderen Singweise bei Seraph Meßner aus St. Leonhard in der Straßen. Beide Lieder veröffentlichte Mautner 1919 in Lieder und Weisen aus dem Steyermärkischen Salzkammergute. 1981 wurde das auch in Kärnten, Niederösterreich, Südtirol, Bayern und der Gottschee bekannte Dreikönigslied von Waldemar Bloch gesetzt.
19. Die himmlischen Freuden
Lois Steiners (1907–1989) Großmutter Katharina Winkler (1848–1930) vulgo alte Seebäurin in Karchau nahm den Text dieses Liedes, das nicht zum Weihnachtsfestkreis gehört, in ihr Liederbuch auf. Vorgesungen wurde es ihm von seiner Mutter Aloisia Steiner (1887–1969) vulgo Seebäurin in Karchau. Viktor Geramb (1884–1958) hatte es schon 1937 in Steirisch Laßnitz niedergeschrieben, es findet sich auch in der Sonnleithner-Sammlung von 1819 aus Neunkirchen. Sein Ursprung liegt in „Der Himmel“ von Pater Marcelin Sturm (1760–1819) aus der Oberpfalz, der von Friedrich Nicolai (1733–1811) um 1776 zum Lied vom „Bayerischen Bauernhimmel“ umgearbeitet wurde. Als „Der Himmel hängt voller Geigen“ wurde es in Des Knaben Wunderhorn von Achim von Arnim (1781–1831) und Clemens Brentano (1778–1842) aufgenommen. Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) nannte es „eine christliche Cocagne [Schlaraffenland], nicht ohne Geist“. Gustav Mahler (1860–1911) vertonte den Text 1892 und griff diese Komposition im 4. Satz seiner 4. Symphonie (1901) wieder auf. Die vorliegende Bearbeitung stammt von Ernst Ludwig Uray.
aus: Ernst Ludwig Uray, O Jubel, o Freud, glückselige Zeit! (Dobl. 45 560)
© Copyright 1958 by Musikverlag Styria, Graz
Copyright assigned 1985 to Ludwig Doblinger (Bernhard Herzmansky) GmbH & Co KG, Wien
20. Auf, auf, ihr Hirten
1903 übermittelte der Lehrer Karl Reiterer (1860–1934) dieses Hirtenlied aus Irdning. Der Text mit dem Verweis auf einen Druck aus der Zeit zwischen 1713 und 1732 findet sich auch in der von Erzherzog Johann (1782–1859) initiierten Volksmusiksammlung. Mit unterschiedlichen Singweisen wurde der „Fritzerlgsang“ unter anderem in Trier 1744, Steyr 1780, Donnersbachwald 1866, Ranten 1870, Oberbayern 1875, Ofen 1880, im Salzkammergut 1881, in Oppenberg 1798, Mühlbach im Pustertal vor 1819, Ebensee 1862, im südlichen Niederösterreich 1819, in Veitsch 1900, Loipersdorf im Mürztal 1910, Knittelfeld 1911 und in der Gegend um St. Lambrecht um 1915 aufgezeichnet. Die musikalische Bearbeitung sowie die 6. Strophe stammen von Matthias Unterkofler.